Legal oder illegal: Mit welchem schnellen Pedelec kommt man besser zum Arbeitsplatz?

Tuning oder S-Pedelec
Immer mehr Pendler nutzen ein E-Bike oder Pedelec für die tägliche Fahrt zwischen Arbeitsplatz und Zuhause. Wundert mich nicht, wird es doch von Jahr zu Jahr attraktiver, Wegstrecken bis zu 25 Kilometern mit einem Elektrofahrrad zu fahren. Neben der Tatsache, dass man besonders in Ballungsräumen sein Ziel morgens und abends schweißfrei meist schneller mit dem E-Bike erreicht, gibt es weitere gute Gründe für diesen Trend.

Ein wichtiger Grund ist in meinen Augen, dass Städte und Gemeinden endlich erkannt haben, dass man den Trend hin zum E-Bike und Pedelec einfach nicht mehr wegdiskutieren kann. Durch diese Einsicht entstehen immer mehr neue Fahrradwege bzw. werden bestehende endlich saniert und E-Bike tauglich gemacht. Auch wenn es leider noch keine richtigen Schnellradwege gibt, immerhin, es sind einige in der Planung oder sogar schon über die Planungsphase hinweg. Gerade wo größere Städte relativ dicht beieinanderliegen, wie zum Beispiel Frankfurt, Offenbach, Hanau und Darmstadt, drängen sich Schnellradwege geradezu auf, um Pendler schnell und sicher an den Arbeitsplatz zu bringen.

Dass immer mehr Arbeitgeber endlich den gesundheitsfördernden Effekt für ihre Mitarbeiter erkennen und deshalb den Kauf von E-Bikes finanziell unterstützen, sorgt natürlich auch für eine stetig wachsende E-Bike-Pendler-Gemeinde. Gut so und bitte weiter so 🙂

Anzeige

Wenn dich das Pedelec bei 25 km/h knallhart ausbremst

In meinen Gesprächen mit E-Bike-Pendlern und mit Menschen, die in Zukunft gerne ein E-Bike-Pendler werden möchten, kommt aber recht häufig ein Kritikpunkt an den aktuellen Pedelecs auf. Dieser ist: die maximale Geschwindigkeit von nur 25 km/h, bis zu der der Elektromotor den Fahrer gesetzeskonform unterstützt. Gerade Fahrer von E-Bikes mit einem Bosch-Antrieb beklagen sich häufig über den recht großen Tretwiderstand, der ab der gesetzlich vorgeschriebenen Abrieglung bei 25 km/h einsetzt.

Neben dem Tretwiderstand ist auch die Begrenzung von 25 km/h bei Pedelecs an sich ein Kritikpunkt von vielen Pendlern, die täglich größere Strecken aus Vororten in Richtung Stadt zurücklegen müssen. Dies wird als deutlicher Nachteil zum Auto angesehen. Zudem haben Pendler mit nur 25 km/h in der Stadt auch häufig das Gefühl, ein Verkehrshindernis zu sein, welches mit aller Gewalt überholt werden muss. Leider werden solche Überholmanöver dann häufig mit einem viel zu geringen Mindestabstand, welcher 1,5 Meter betragen sollte, ausgeführt.

Da ich selber ein E-Bike mit Bosch-Antrieb fahre, weiß ich genau, was gemeint ist. Ab dieser Grenze muss man dann wieder richtig in die Pedale treten und bei Bosch-Antrieben zusätzlich gegen den inneren Widerstand ankämpfen. Und 25 km/h bei einer längeren Pendler-Strecke ist wirklich eine zähe Angelegenheit. Um diese beiden Nachteile zu beseitigen, gibt es zwei Möglichkeiten. Eine ist illegal und eine ist legal. Über beide möchte ich kurz was erzählen.

Möglichkeit 1. Tuning eines E-Bikes oder Pedelecs (illegal!)

Inzwischen gibt es Chip-Tuning-Module wie Sand am Meer. Alle versprechen einen leichten und schnellen Einbau. Alle Varianten sorgen nach dem Einbau dafür, dass der Elektromotor die Unterstützung nicht bei 25 km/h einstellt, sondern munter weiterarbeitet. Manche Systeme können sogar programmiert werden, dann kann man selber einstellen, bis zu welchem Punkt der Motor weiter unterstützen soll. Abhängig vom System, der Einstellung und der Übersetzung am E-Bike sind so Geschwindigkeiten weit jenseits von 25 km/h auf gerader Strecke möglich.

Vorteile dieser Methode: man fährt quasi einen Wolf im Schafspelz und kann nicht nur auf der Straße, sondern auch auf Fahrrad- und Feldwegen fahren, denn von außen ist das Chip-Tuning bei den meisten Systemen nicht erkennbar. Zudem sind die Kosten in der Regel recht niedrig, wenn man ein normales Pedelec kauft und es per Chip-Tuning schneller macht.

Nachteile dieser Methode: jegliche Maßnahmen, die die Leistung des Motors vergrößern bzw. die Geschwindigkeit mit Motorunterstützung über die gesetzliche Grenze von 25 km/h für Pedelecs anheben, sind illegal und strafbar, sobald man mit einem getunten Pedelec auf öffentlichen Straßen und Wegen fährt. Dabei ist es unerheblich, ob man das verbaute Chip-Tuning eingeschaltet oder ausgeschaltet hat. Alleine der Einbau und die Möglichkeit, es nutzen zu können, macht es für den öffentlichen Raum illegal. Neben dem Versicherungsschutz verliert man im Falle eines Unfalls durch den Einbau eines Chip-Tunings auch sämtliche Garantieansprüche für das Pedelec.

Zudem darf man bei dieser Methode den erhöhten Stromverbrauch nicht unbeachtet lassen. Normale Pedelecs haben in der Regel einen Akku mit maximal 500 Wh. Das reicht im Durchschnitt für eine Reichweite von ca. 40 Kilometer bei maximaler Unterstützung. Fahre ich aber jetzt mit Unterstützung des Motors schneller als 25 km/h, reduziert sich natürlich auch die Reichweite entsprechend. Dadurch kann sich die Reichweite abhängig von der getunten Geschwindigkeit auch sehr schnell mal halbieren. Ein Effekt der für E-Bike-Pendler eher unpraktisch ist.

Passende Produkte auf Amazon*

Hier findest Du weitere Infos zum Thema Akku-Reichweite.

Möglichkeit 2. Man kauft sich ein schnelles S-Pedelec

Wenn man über die nötigen Voraussetzungen verfügt, also mindestens einen Führerschein der Klasse AM besitzt, sich ein Versicherungskennzeichen für diese Klasse besorgt und den vorgeschriebenen Fahrradhelm nutzt, kann man mit einem schnellen S-Pedelec auf die Arbeit fahren. Auch bei einem S-Pedelec muss der Fahrer mittreten, damit das E-Bike fährt bzw. der Motor den Fahrer unterstützt. Aber bei einem S-Pedelec unterstützt der Motor den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit ist man also 20 km/h schneller unterwegs, als auf einem normalen Pedelec. Gerade auf längeren Strecken ist das natürlich ein enormer Unterschied und verkürzt die Fahrtzeit erheblich.

Ok, fairerweise muss ich an dieser Stelle einwerfen, dass nur die wenigsten Fahrer eines S-Pedelecs diese 45 km/h dauerhaft schaffen, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen. Und gerade das Verschwitzt-am-Arbeitsplatz-Ankommen möchte man ja vermeiden. Eine realistische Geschwindigkeit, mit der ein S-Pedelec-Pendler unterwegs ist, bewegt sich so um die 35 km/h. Wie anstrengend das Erreichen einer höheren Geschwindigkeit ist, ist allerdings von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Deshalb sollte man vor dem Kauf eine ausgiebige Probefahrt mit dem favorisierten S-Pedelec machen. Nur so kann man spüren, wie viel Kraft man für eine höhere Geschwindigkeit benötigt.

Vorteile dieser Methode: man ist, dafür dass man ein leichtes Zweirad fährt, sehr zügig unterwegs. Und das natürlich legal, weshalb man sich auch keine Sorgen um den Versicherungsschutz und die Garantie für das S-Pedelec machen muss. Durch die höhere Geschwindigkeit kann man gerade im Stadtverkehr etwas besser mit dem fließenden Verkehr mitfahren und ist seltener ein Verkehrshindernis 🙂 Und solange man nicht die gesetzliche Grenze der Motorunterstützung von 45 km/h erreicht, hat man keinen zusätzlichen Tretwiderstand, gegen den man ankämpfen muss.

Nachteile dieser Methode: S-Pedelecs sind deutlich teurer in der Anschaffung. Der Einstiegspreis für ein gutes S-Pedelec liegt aktuell so bei etwas mehr als 3.000 Euro. Zudem ist die Produktvielfalt noch etwas eingeschränkt, weil viele E-Bike-Hersteller meist nur ein oder zwei S-Pedelec-Modelle im Angebot haben. Zum Kaufpreis muss man noch die eventuellen Kosten für den benötigten Führerschein rechnen, falls kein Auto- oder Motorradführerschein vorhanden ist. Und natürlich kommen noch ein paar Euros für die Versicherung und einen guten Fahrradhelm oben drauf.

Fahren dürfen S-Pedelecs nur auf der Straße. Selbst Fahrradwege, die ein Schild haben, worauf „E-Bike frei“ steht, sind nach der aktuellen Gesetzeslage tabu für S-Pedelecs. Und das gilt wohl auch für die zukünftigen Radschnellwege. Auch diese dürfen nach aktuellem Stand der Dinge, trotz ausreichendem Platz, nicht von S-Pedelecs befahren werden. Ein Rennradfahrer erreicht locker 35 km/h und darf auf dem Schnellradweg fahren, aber ein S-Pedelec-Fahrer, der praktisch gleich schnell ist, darf es nicht. Eine total absurde Entscheidung 🙁 Man kann nur hoffen, dass das nochmals zugunsten des S-Pedelecs geändert wird.

Zusammenfassung, was für ein S-Pedelec gesetzlich bzw. vom Hersteller vorgeschrieben ist.

  • Der Fahrer muss mindestens 16 Jahre alt sein
  • Der Fahrer muss mindestens den Führerschein der Klassen AM besitzen (ein Auto- oder Motorradführerschein reicht natürlich auch aus, man muss dann zusätzlich kein AM machen)
  • Es besteht für S-Pedelecs eine generelle Helmpflicht
  • An einem S-Pedelec muss einen Rückspiegel montiert sein
  • Man benötigt ein Versicherungskennzeichen
  • Ein S-Pedelec darf aktuell nur auf der Straße fahren
  • Es darf kein Kinderanhänger mit einem S-Pedelec gezogen werden

Mein persönlicher S-Pedelec Favorit – auch wenn es im Moment mein Budget noch übersteigt – ist das Stromer ST1 X. Hier passt für mich optisch und technisch alles gut zusammen.

Fazit

Anzeige

Wer mit gutem Gewissen und Versicherungsschutz schneller auf die Arbeit fahren möchte, sollte unbedingt ein S-Pedelec kaufen und die Finger vom illegalen Chip-Tuning lassen. Ja, es werden jetzt wieder einige sagen, dass sie das Tuning nur auf einem privaten Gelände nutzen und dass das dann nicht illegal ist. Aber aus Mangel an nötigen Privatflächen fahren getunte Elektrofahrräder zu 90 Prozent auf öffentlichen Straßen und Wegen rum. Ach ja, auch Waldwege sind öffentlich und somit tabu für getunte E-Bikes und Pedelecs. Aber am Ende muss jeder für sich entscheiden, welches Risiko er eingehen möchte.

Ich selber würde mir wünschen, dass der Gesetzgeber die Attraktivität eines normalen Pedelecs mit der Anhebung der unterstützten Geschwindigkeit auf 30 km/h weiter verbessert. Allerdings glaube ich nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird. Ich hoffe aber nur, dass man in Zukunft wenigstens die Radschnellwege auch für S-Pedelecs freigibt, denn alles andere wäre für mich absurd. Hier muss der Gesetzgeber dringend nachbessern. Tut er das nicht, werden auch in Zukunft die Absatzzahlen von Tuning-Modulen weiter steigen.

Hier eine kleine S-Pedelec-Marktübersicht

KLEVER – X Speed

Motor: Klever-Biactron-Nabenmotor
Schaltung: Shimano XT II-Gang
Akkukapazität: 570 Wh
Reichweite: ca. 39 km
Gewicht: 27,1 kg
Bremsen: Formular Cura E
Preis: 4.899 Euro

STROMER – ST1 X

Motor: Stromer-Cyro-Nabenmotor
Schaltung: Shimano SLX II-Gang
Akkukapazität: 618 Wh
Reichweite: ca. 60 km
Gewicht: 28,3 kg
Bremsen: Tektro Dorado
Preis: 4.990 Euro

BULLS – Lacuba Evo 45

S-Pedelec Bulls Lacuba Evo 45
Quelle: www.bulls.de

Motor: Brose-Mittelmotor
Schaltung: Shimano Deore XT 20-Gang
Akkukapazität: 650 Wh
Reichweite: ca. 55 km
Gewicht: 28,4 kg
Bremsen: Tektro Dorado HD-E571
Preis: 4.199 Euro

KREIDLER – Vitality Select 45

Motor: Bosch Performance Speed
Schaltung: Shimano Deore XT RD-T780
Akkukapazität: 500 Wh
Reichweite: ca. 45 km
Gewicht: 24,4 kg
Bremsen: Magura MT-E Next
Preis: 3.299 Euro

RIESE und MÜLLER – Delite Touring HS

S-Pedelec Riese und Mueller Delite Touring HS
Quelle: www.r-m.de

Motor: Bosch Performance Speed
Schaltung: Shimano Deore XT Shadow
Akkukapazität: 2 x 500 Wh
Reichweite: ca. 89 km
Gewicht: 30 kg
Bremsen: Magura MT4
Preis: 5.899 Euro

M1 SPORTTECHNIK – Sterzing GT

Motor: TQ Systems
Schaltung: Shimano Deore 10-Gang
Akkukapazität: 880 Wh
Reichweite: ca. 47 km
Gewicht: 27,2 kg
Bremsen: Magura MT5 und MT4
Preis: 6.999 Euro

Anzeige

CUBE- SUV Hybrid 45 SL

S-Pedelec Cube SUV Hybrid 45 SL
Quelle: www.cube.eu

Motor: Bosch Performance Speed
Schaltung: Shimano XT RD-M8000-DGS
Akkukapazität: 500 Wh
Reichweite: ca. 45 km
Gewicht: 21,1 kg
Bremsen: Magura MT5e
Preis: 3.699 Euro

HAIBIKE – Sduro Trekking S 6.0

S-Pedelec Haibike SDURO Trekking S 6.0
Quelle: www.haibike.com

Motor: Yamaha-Mittelmotor
Schaltung: Shimano Deore XT 20-Gang
Akkukapazität: 500 Wh
Reichweite: ca. 47 km
Gewicht: 25 kg
Bremsen: Magura MT4e
Preis: 3.299 Euro

HNF HEISENBERG – MD 1

Motor: Bosch Performance Line
Schaltung: Nuvinci N380
Akkukapazität: 500 Wh
Reichweite: ca. 41 km
Gewicht: 25,4 kg
Bremsen: Magura MT4e
Preis: 3.830 Euro

A2B – Speed

Motor: TDCM-Hinterradmotor
Schaltung: Shimano XT 8-Gang
Akkukapazität: 612 Wh
Reichweite: ca. 51 km
Gewicht: 31,1 kg
Bremsen: Tektro Dorado
Preis: 2.499 Euro

GIANT – Quick-E+

Motor: GIANT SyncDrive Sport Speed
Schaltung: Shimano Deore XT M781
Akkukapazität: 500 Wh
Reichweite: ca. 50 km
Gewicht: 23,4 kg
Bremsen: Tektro Dorado HD-E715
Preis: 3.499 Euro

FLYER – RS 7.50 HS

Motor: Panasonic Mittelmotor
Schaltung: Sram Dualdrive 27-Gang
Akkukapazität: 540 Wh
Reichweite: ca. 50 km
Gewicht: 26,8 kg
Bremsen: Magura MT4e
Preis: 3.999 Euro

RALEIGH – Ashford S11

Motor: Impulse-Evo-Mittelmotor
Schaltung: Shimano Alfine Nabenschaltung
Akkukapazität: 603 Wh
Reichweite: ca. 67 km
Gewicht: 27,3 kg
Bremsen: Magura MT5e
Preis: 4.599 Euro

* E-Bike Darmstadt ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann. Für Dich als Käufer entstehen natürlich keine zusätzlichen Kosten, wenn Du das Produkt über einen Link von dieser Seite kaufst. Vielen Dank für Deine Unterstützung 🙂

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Leute,
    Ich fahre S-Pedelec mit Nummernschild im Rucksack und ohne Aussenspiegel.
    Habe vorher alle andere Varianten probiert, der Wahnsinn.
    Die korrekte Nutzung eines S-Pedelecs ist hier im Ballungsgebiet NRW nicht praktikabel und schützt nur die Autolobby. Die die das Gesetz gemacht haben sollen sich doch mal mit einem S-Pedelec morgens um 8:00 auf der B8 zwischen Leverkusen und Köln auf den Weg machen und erleben wie man vom LKW in die Leitplanke gedrückt wird.

    • So sieht es aus Stefano, die Regeln hinsichtlich der S-Pedelecs sind auch meiner Meinung nach von der Autolobby gesteuert. Danke für Deinen Kommentar 🙂 VG Lars

  2. Schöne Seite, guter Beitrag. Hier mein Senf: Ich habe angefangen mit einem E-MTB (Pedelec), habe dieses erst gechipt, dann aber (wegen des brutalen Materialverschleißes) wieder auf normal zurückgebaut. Für lange Strecken, Regen und City hab ich ein zweites Bike (S-Pedelec) angeschafft. Dieses benutze ich „illegal“ auch im Wald und auf Radwegen, wie ein paar andere hier auch. Die Logik ist auch bescheuert: Als dürfte ein PKW, der 160 km/h schafft, deswegen generell nicht in einer 30er-Zone fahren.
    Ein interessanter juristischer Umstand für uns Desperados: mit einem gechipten Pedelec befinde ich mich im Bereich der Straftat (Illegale Inbetriebnahme eines KFZ), beim S-Pedelec auf falschen Wegen nur im Bereich der Ordnungswidrigkeit. Mein S-Pedelec ist versichert, aber Schild und Spiegel sind dauerhaft abgeschraubt und in der Satteltasche dabei. Im Fall einer Kontrolle (und da muss erst mal jemand das S-Pedelec als solches erkennen 😉 kostet das nur ein paar Euro (10 Euro fürs nicht korrekt montierte Kennzeichen, 15 Euro für den Fahrradweg).
    Wie es versicherungstechnisch im Falle eines Unfalls aussieht, kann ich aber auch nicht final sagen. Cheers, Stephan

    • Danke Stephan für Deinen ausführlichen und informativen Kommentar. Das mit dem juristischen Unterschied ist ein interessanter Aspekt, den ich so noch gar nicht in Betracht gezogen habe. „Die Logik ist auch bescheuert: Als dürfte ein PKW, der 160 km/h schafft, deswegen generell nicht in einer 30er-Zone fahren.“ Yepp, sehe ich ganz genauso wie Du Stephan. Hier müssen in Zukunft dringend die Gesetze angepasst werden. Einem Autofahrer traut man zu das er sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen hält, aber E-Biker sollen dazu nicht in der Lage sein, total bekloppt finde ich das 🙁 VG Lars

  3. Also ich bin 1 Jahr lang ein S-Pedelec gefahren. Habs inzwischen verkauft und fahre ein getuntes Pedelec. Einfach wegen der enormen Einschränkungen wenn es um die Nutzung von Wegen abseits normaler Straßen geht. Auch denken viele Leute immer, beim S-Pedelec trittst du zweimal in die Pedale und schon rennt das Teil mit 45 Kmh dahin. Von wegen kann ich da nur sagen. Bei mir artete das ganze immer extrem in Arbeit aus, um diese Geschwindigkeit zu erreichen und besonders sie zu halten. Gerade an sehr warmen Tagen habe ich erst gar nicht verswucht so schnell zu fahren. In einem Jahr habe ich eine durchschnittliche Geschwindigkeit von gerade mal 32 Kmh erreicht. Umso schlimmer finde ich die extreme Beschränkung für die S-Pedelecs. Das ist ein Witz für mich, bei gerade mal 7 kmh mehr als ein normales Pedelec. Deshalb fahre ich diese Saison mit einem getunten Pedelec. Ja klar gehe ich damit ein Risiko ein, aber das ist für mich überschaubar. Gruß Thorben

    • Danke Thorben für Deinen offenen Kommentar. Eigentlich wollte ich das S-Pedelec mit meinem Beitrag in ein positives Licht rücken. Aber ich bin jetzt doch etwas überrascht oder vielleicht auch nicht. Ich hatte ja schon mitbekommen, das sich der Anteil von S-Pedelecs bei den verkauften Elektrofahrrädern nur im einstelligen Prozentwert bewegt. Wenn ich jetzt Deinen und die anderen beiden Kommentare richtig deute, könnten deutlich mehr S-Pedelecs verkauft werden, wenn man eine Lösung für die Thematik Radwegnutzung finden würde. Für mich ein klares Zeichen dafür, dass wir illegal getunte Pedelecs nur reduzieren können, wenn wir auf der anderen Seite den S-Pedelecs mehr Möglichkeiten in der Nutzung von Radwegen einräumen. VG Lars

  4. Trotz S-Pedelec und allem was man dafür gesetzlich braucht, bin ich am Wochenende trotzdem illegal unterwegs. Der Grund ist einfach. Unter der Woche pendele ich mit meinem S-Pedelec seriös und gesetzeskonform auf die Arbeit. Aber am Wochenende wenn ich mit meiner Familie Ausflüge mache, kommt das Kennzeichen und alles was mein S-Pedelec verraten könnte runter. Wie soll ich ansonsten auch sonst unerkannt auf den normalen Fahrradwegen fahren. Dafür extra ein zweites Pedelec anschaffen, bin ich bekloppt. Diese Gesetzgebung ist total bescheuert. Man kann ja auf Radwegen wie in Holland auch, ganz einfach die erlaubte Geschwindigkeit per Schilder regeln. Dann gebe es diesen aktuellen Stress nicht. Aber solange sich das nicht ändert, schraub ich am Montag das Kennzeichen dran und am Freitagabend wieder ab 🙂

    • Ok Bernd, diese Variante hatte ich jetzt nicht direkt auf dem Schirm, ist aber interessant die Sache auch von der Seite zu betrachten. Aber Du hast natürlich absolut recht. Leider ist die Rad-Politik hierzulande im Vergleich zu anderen Ländern sehr stiefmütterlich unterwegs. Die Autolobby ist halt um ein vielfaches größer als die Rad-Lobby, das merkt man am Ende auch an solch seltsamen Entscheidungen wie, das ein S-Pedelec ( nach aktuellem Stand ) nicht auf einem Radschnellweg fahren darf. Vielleicht sollte man das Teil einfach nur Radweg nennen, den wofür das „Schnell“ stehen soll erschließt sich mir im Moment nicht ganz. Nur nicht das E-Bike zu attraktiv machen, nicht das am Ende ganz viele Autofahrer auf S-Pedelec wechseln 🙁 VG Lars

  5. Klasse Beitrag und schöne Übersicht. Genau der Punkt den Du angesprochen hast, also das ein S-Pedelec nur auf der Straße fahren darf, lassen mich seit rund einem Jahr illegal Pendeln. Mein täglicher Weg zur Arbeit besteht aus 50 % Straße und 50% Fahrradweg (weil es halt etwas kürzer ist). Ich bin mir des Risikos komplett bewusst und benötige jetzt keine Belehrung. Wenn es irgendwann die Schnellradwege geben sollte und es dabei bleibt, das S-Pedelecs auf diesen nicht fahren dürfen, dann werde ich auch zukünftig einen „Wolf im Schafspelz“ fahren. Wenn S-Pedelecs auf zukünftigen Schnellradwegen doch noch fahren dürfen, dann werde ich mir ein S-Pedelec für das tägliche pendeln zulegen. Und laut meinem Tacho liegt meine aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit bei 30 km/h. Ich denke daran kann man gut sehen, das Tuning nicht automatisch für hirnloses rasen steht. Aber dieser fehlende innere Widerstand ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h beim Bosch Motor ist mir alleine das Tuning schon wert 🙂

    • Hallo Timo, danke für Deine offenen Worte. Nein, ich werde Dich nicht belehren, denn wie ich schon geschrieben habe, das muss jeder für sich selber entscheiden. Kenne genügend Menschen die auch Chip-Tuning gemacht haben, alleine um den inneren Tretwiderstand vom Bosch und Yamaha Motor zu beseitigen. Und die haben mit Raserei auf dem Radweg nichts am Hut. VG Lars

Schreibe einen Kommentar


*