Nur nicht die Luft aus dem E-Bike-Reifen verlieren

Schwalbe Unplattbar Reifen

Wenn ich mit meinem E-Bike unterwegs bin, dann gibt es zwei Dinge, vor denen ich mich besonders „fürchte“. Das ist zum einen, dass mein Akku schlappmacht, bevor ich die nächste Ladestation oder Steckdose erreiche. Und zum anderen, dass einer meiner Reifen plötzlich keine Luft mehr hat. Bin ich mit dem Pedelec in meinem direkten Umfeld unterwegs, ist das Schieben vom etwas schwereren E-Bike vielleicht noch erträglich. Aber wehe, ich befinde mich gerade auf einer längeren Rad-Tour, dann ist es keine so tolle Vorstellung, ein E-Bike unter Umständen über viele Kilometer schieben zu müssen. Im Besonderen dann, wenn ich noch unser Kind im Kinderanhänger mit dabei habe 🙁

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Klar kann ich natürlich Flickzeug mittnehmen und meinen Fahrradreifen unterwegs auch wieder flicken. Am Vorderrad ist der Aufwand sogar noch einigermaßen überschaubar, wenngleich nervig. Aber ein Hinterrad in der freien Wildbahn auszubauen, macht nicht nur keinen Spaß, sondern geht auch nicht so schnell von der Hand. Also muss eine andere Lösung her 🙂

Reifen-Tuning kann den Plattfuß fast verhindern

Es gibt zum Glück inzwischen unterschiedliche Konzepte, um den befürchteten Plattfuß zum größten Teil zu verhindern. Fangen wir mit der einfachsten und günstigsten Lösung an, die aktuell für die meisten E-Bikes interessant sein dürfte.

Die größte Schwachstelle bei einer normalen Reifenkombination (Schlauch und Mantel) ist der Mantel, also der sichtbare Reifen. Alles, was diesen durchdringt, beschädigt in 99 Prozent der Fälle auch den innenliegenden Schlauch. Deshalb bieten Hersteller, wie zum Beispiel die Firma Schwalbe, ganz besondere Reifen an. Die „unplattbaren“ Reifen von Schwalbe mit der Bezeichnung „Marathon Plus“ gibt es mit drei unterschiedlichen Varianten, sodass sie auf City-Bikes, Tourenräder und Mountainbikes zum Einsatz kommen können.

Was ist das Besondere an den „unplattbaren“ „Marathon Plus“-Reifen

Der besondere Schutz kommt durch den Einsatz eines 5 Millimeter dicken Pannenschutzgürtels im Inneren des Reifens, der aus hochelastischem Spezialkautschuk hergestellt wird. Dieser Schutzgürtel schützt den innenliegenden Schlauch des Reifens vor den häufigsten Gefahren wie Scherben, Dornen oder spitzem Granulat. Laut Hersteller sorgt der Reifeneinsatz von Schwalbe zudem für einen verbesserten Rollwiderstand im Vergleich zu anderen Reifen mit entsprechendem Pannenschutzgürtel.

Des Weiteren hat der neue Reifen von Schwalbe eine Anti-Aging-Seitenwand. Die besondere Gummimischung schützt den Reifen vor vorzeitiger Alterung durch Wettereinflüsse und vor der Mehrbelastung, wenn man zum Beispiel bei einem Mountainbike mit geringerem Luftdruck fährt, um mehr Gripp im Gelände zu haben.

Die „Marathon Plus“-Reifen können auf gewöhnlichen Fahrrädern oder auch E-Bikes eingesetzt werden. Alle Reifen aus dieser Serie sind für E-Bikes bis zu einer Motor unterstützten Geschwindigkeit von 25 km/h ausgelegt. Die Version „Marathon Plus original“ ist sogar bis zu einer unterstützten Geschwindigkeit von 50 km/h zertifiziert.

Hier gibt es weitere Infos zu dem „unplattbaren“ Reifen.

Wenn man den Internetpreis von knapp 27,- Euro pro Mantel betrachtet, dann ist diese Art und Weise des Schutzes für den Schlauch eine sehr kostengünstige Lösung. Klar, man hat einmalig den Aufwand, die Reifen an seinem Fahrrad wechseln zu müssen. Aber wer schon einmal einen Plattfuß auf einer Rad-Tour hatte und das E-Bike über Kilometer schieben musste, der wird diesen einmaligen Aufwand gerne betreiben. Zwar haben viele E-Bikes und Pedelecs eine Anschiebe Hilfe, aber das ist dann wie im berühmten schlechten Film. Wenn der Reifen die Panne hat, ist der Akku meist kurz vor leer und es gibt keine Unterstützung des Motors für die ganze Schiebestrecke.

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Einfach den Schlauch weglassen im Reifen

Ja, das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Sogenannte Tubeless-Systeme halten wie bei einem Auto die Luft im Reifen, ohne dass ein Fahrradschlauch zum Einsatz kommen muss. Damit das Ganze funktioniert, müssen die Reifen und die Felge passgenau aufeinander abgestimmt sein. Nur wenn das der Fall ist, ist gewährleistet, dass die Luft auch im Reifen verbleibt. Zudem kommt noch eine Dichtflüssigkeit zum Einsatz. Diese Flüssigkeit verhindert bei Beschädigung des Reifens, dass Luft ausdringen kann. Der Trick: Die Flüssigkeit kristallisiert in Sekundenbruchteilen, wenn sie mit Luft in Berührung kommt, und verschließt dadurch selbstständig die beschädigte Reifenstelle.

Neben dem perfekten Pannenschutz durch die Selbstheilung ist im Besonderen der geringere Rollwiderstand im Vergleich zu einer Schlauch- und Reifenkombination der Hauptvorteil von einem Tubeless-Reifen.

So genial und pannensicher so ein Tubeless-System auch ist, muss man doch im Vergleich zu einer Mantel-Schlauch-Lösung mit einem deutlichen Aufpreis rechnen. Möchte man seine schon vorhandene Felge für den schlauchlosen Einsatz weiternutzen, dann sollte man bei dem Felgenhersteller unbedingt anfragen, ob die Felge für ein Tubeless-System geeignet ist.

Und da die Tubeless-Reifen super stramm auf der Felge sitzen müssen, ist die Montage also das Aufbringen des Reifens auf die Felge etwas schwerer. Deshalb sollte man für die Montage auf jeden Fall ein Montagefluid einsetzen, damit der Reifen etwas leichter über den Felgenrand rutscht. Passendes Werkzeug kann auch nicht schaden, damit beim Aufbringen der Reifen bzw. die Felge nicht beschädigt wird.

Zudem gilt bei der Pflege zu beachten, dass man etwa alle 3-6 Monate die Dichtflüssigkeit wieder erneuern muss, damit der maximale Pannenschutz gewährleistet ist.

Hier gibt es weitere Infos zum Tubeless-System.

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Warum nicht beide Reifen-Welten kombinieren?

Gerade Mountainbikes haben inzwischen immer breitere Reifen drauf, welche in der Regel wegen des Fahrkomforts mit einem geringen Luftdruck gefahren werden. Das birgt aber immer die Gefahr, dass man einen Durchschlag vom Reifen auf die Felge riskiert. Deshalb hat die Firma Schwalbe in Zusammenarbeit mit der Komponentenschmiede Syntace ein neues Reifenkonzept entwickelt. Beim Procore-System gibt es zwei Luftkammern. Möchte man jetzt den maximalen Gripp fürs Gelände erreichen, dann wird die äußere Luftkammer einfach mit wenig Luftdruck gefüllt, während die innere Kammer mit hohem Luftdruck gefüllt ist.

Damit hat man dann die maximale E-MTB-Performance fürs raue Gelände und trotzdem einen hohen Schutz vor einem Durchschlag. Das Ganze hat natürlich seinen Preis. Aktuell kostet ein Procore-Set rund 195,- Euro. Damit dürfte es nur für absolute MTB-Fans und halt Profis interessant sein. Ist aber eine interessante Entwicklung für den Mountainbike-Bereich.

Hier gibt es weitere Infos zum Procore-System.

Fazit

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Für mich persönlich ist das Konzept mit dem Pannenschutzgürtel – egal von welchem Hersteller – die ideale Lösung, um auf längeren Rad-Touren dem Schreckgespenst Plattfuß etwas aus dem Weg zu gehen. Bei einem Preis von weniger als 30,- Euro pro Rad ist das auch preislich die attraktivste Lösung. Wenn man selber den Aufwand des Reifenwechsels scheut, dann findet sich bestimmt ein Fahrradhändler in der Nähe, der den Reifenwechsel für ein Paar Euro erledigt. Und das bessere und sichere Gefühl auf der nächsten längeren Rad-Tour oder auf dem Weg zur Arbeit ist ja bekanntlich unbezahlbar 🙂

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Kann das nur bestätigen, die Reifen von Schwalbe sind gut. Ich muss jeden Tag durch ein Unterführung durchfahren und da liegen immer nach einem Wochenende jede Menge Glasscherben rum. Hab da sicher schon die ein oder andere Scherbe von erwischt aber bisher noch kein Plattfuß gehabt. Ich schieb es jetzt mal auf die Reifen 🙂 Und ja, sie fahren sich sehr gut. Habe Sie beim Fahrradhändler gekauft für 40,- Euro das Stück, nicht so günstig wie im Internet, aber dafür hat er die Reifen auch gleich aufgezogen.

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